Sonderausstellung in unserem Museum

Grubenpferde   -   "Kumpel auf vier Beinen"

Viele Jahrhunderte arbeiteten Pferde in den Stollen und Schächten

und erleichterten den Bergleuten die schwere Arbeit.

 

Der Zweite Weltkrieg war knapp sieben Jahre vorbei, die Bundesrepu-

lik steckte Anfang der 1950-er Jahre in den Kinderschuhen. Die Wirt-

schaft kam allmählich wieder auf Touren, Energie war gefragt. Nicht

nur in der Fabrik oder beim Schmied, sondern auch in den Häusern und

Wohnungen, wo vielerorts noch Kohlen zum Heizen diente. Damals, im

Januar 1952, wird gleich an mehreren Stellen im Deister, Kohle gefördert.

Am 2. Januar nimmt die Preussag AG im Rahmen des sogenannten Not-

bergbaus den Strutzbergstollen in der Nähe der Ausflugsgaststätte

"Mooshütte" in Betrieb. Der Stollen am Nordosthang des Strutzbergs ver-

fügt über eine Gesamtlänge von 202 Meter. Er erschloss bis 1960, dann wurde die Arbeit eingestellt, einen Kohle-Restpfeiler. Die im Stollen von

den Bergleuten gebrochene Kohle - die Kumpel mussten oftmals in den

schmalen Kohleflözen im Liegen arbeiten - wurde in Förderwagen gefüllt.

 

Pferde zogen bis zu zwölf dieser schwer beladenen aneinandergereihten

Gefährte auf Schienen ans Tageslicht. Dort wurde das schwarze Gold an

der Verladestation auf Lastkraftwagen umgeladen und abtransportiert.

 

Die im Deister geförderte Kohle wurde in privaten  Haushalten zum Hei-

zen, aber auch in Wirtschaftseinrichtungen verwendet, darunter z.B. in

Salinen, Kalkbrennereien, Ziegeleien oder Glashütten.